Wiener Impulsprogramm für Geistes-,

Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK)

Im Wiener Forschungssystem sind die Geistes-, Sozial-, und Kulturwissenschaften (GSK) ein zentraler Wissensproduzent mit Relevanz für Gesellschaft und Wirtschaft. Den Freiraum für hochqualitative Forschung in den GSK zu halten ist hier ebenso wichtig wie das Erkennen, Motivieren, Fördern und Heben der Potenziale, die diese Wissenschaftsfelder hinsichtlich eines konkreten gesellschaftlichen Nutzens für Wien aufweisen.

Die GSK haben in der Stadt Wien nicht nur eine lange und auch international erfolgreiche Tradition, sie sind für Identität und Profil Wiens ebenso wichtig wie für Analyse und Zukunftsentwürfe. Die Forschungsarbeiten und Ergebnisse der GSK leisten einen entscheidenden Beitrag, dass sich Wien neuen gesellschaftlichen Herausforderungen bestmöglich stellen kann.

Bislang schon unterstützt die Stadt Wien in den Bereichen der GSK Einzelprojekte und Institute, teils verstärkend, teils komplementär zum für Wissenschaftsförderung hauptzuständigen Bund. Dazu kommt eine aktive Vermittlungsschiene. Die stolze Tradition der Stadt in diesem Themenfeld ist in der Tat würdig, weiter belebt zu werden – auch weil eine Stärkung der GSK-Wissenschaftsszene zugleich ein Nutzen für die Stadt Wien ist, der sich in höherer Reputation des Standortes, nutzbaren Forschungsergebnissen und der Verstärkung einer kritischen Öffentlichkeit niederschlägt.

Vor diesem Hintergrund sieht die Wiener FTI-Strategie die Einrichtung eines längerfristigen und spezifischen Impuls-Förderprogramms für die GSK vor. Qualitätsorientierung, Internationalität und disziplinenübergreifende Forschung stehen im Vordergrund. Im Rahmen von großen Themenstellungen, deren Bearbeitung und kritischer Diskurs hohe Relevanz für die Stadt Wien aufweisen, soll ein angepasster Mix von Instrumenten zum Einsatz kommen, der den bestehenden Wiener Institutionen im GSK-Sektor ermöglicht, ihre Potenziale besser auszuschöpfen. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, zusätzliche wissenschaftliche Kompetenzen für einen gewissen Zeitraum nach Wien zu holen.

Die konkreten Ziele des Impulsprogramms lauten:

  • Steigerung der Qualitäts- und Außenorientierung in den GSK
  • Stimulierung der disziplinenübergreifenden Forschung zu gesellschaftlich relevanten Themen
  • Stärkung der Humanressourcen vor einem internationalen Hintergrund
  • Profilierung Wiens als Stadt der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften
  • Beitrag zur Verbesserung der Karrierechancen von Frauen in den GSK


  • Programmcharakteristika und Förderinstrumente

    Über regelmäßig durchgeführte Wettbewerbe, sogenannte Calls, werden größere, disziplinenübergreifende Forschungsprojekte sowie Personen gefördert. Die kompetitiven Ausschreibungen orientieren sich am Exzellenzprinzip (d.h. hohe Qualität, gemessen an internationalen Standards) und erfolgen zu für die Stadt Wien relevanten Schwerpunktthemen, die jeweils zwei bis drei Jahre lang verfolgt werden. Innerhalb dieser Themenschwerpunkte kommt ein Mix an verschiedenen Instrumenten zum Einsatz:

    Größere, mehrjährige Forschungsprojekte von Wiener Gruppen

  • Fellowship Grants mit Anbindung an Wiener Forschung und Lehre: Renommierte internationale
    Senior- und Junior-WissenschafterInnen werden für eine gewisse Zeit bzw. dauerhaft nach Wien
    geholt.
  • Wiener Summer Schools: JungwissenschafterInnen erhalten die Möglichkeit zum intensiven
    Wissensaustausch und Aufbau von Kooperationen mit international führenden WissenschafterInnen.

  • Call 2008 & 2009: Wissenschaft – Kunst – Kultur

    Wien steht für traditionelle und zeitgenössische Kunst und Kultur genauso wie für hoch qualitative Wissenschaft. Dort, wo Kultur und Wissenschaft einander berühren und überschneiden, kann Neues und Unerwartetes entstehen. Im Rahmen dieser Schwerpunktsetzung wird der WWTF in den nächsten Jahren eine Reihe von Ausschreibungen vornehmen. Während der Call 2008 "Art(s)&Sciences;" an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst ansetzt, wird sich der Call 2009 "Kulturreflexion" auf analytische und historisch-reflexive Arbeiten konzentrieren.

    Verfahren und Zeitrahmen

    Bei der Durchführung des Programms wird der WWTF durch einen hochrangig besetzten Programmbeirat unterstützt. Dieser berät nicht nur bei der Gestaltung künftiger Ausschreibungen, sondern fungiert auch als Jury, d.h. er gibt eine Förderempfehlung an den WWTF ab. Der Beirat wird aus überwiegend internationalen – und ergänzend heimischen – ExpertInnen besetzt und für die Dauer von zumindest zwei Jahren bestellt.

    Das Wiener Impulsprogramm für GSK startet Ende März 2008 mit einer ersten Ausschreibung. Im Rahmen dieses "Art(s)&Sciences;" Call 2008 sollen mehrjährige Projekte ebenso wie Fellowships gefördert werden. Projektanträge können bis Ende Juni 2008, Anträge für Fellowship Grants bis Anfang September 2008 beim WWTF eingereicht werden. Über den Sommer erfolgt die internationale Begutachtung der eingereichten Projekte. Die Förderentscheidung erfolgt Anfang Dezember 2008.


    Mehr Informationen >> WWTF