Panel 2: Wissenschaft - Forschungs-

schwerpunkte und Wissenstransfer

Als Stadt der Wissenschaft und Forschung spielt Wien schon seit langem eine herausragende Rolle in Österreich und dem zentraleuropäischen Raum. Auch das Bekenntnis Wiens, durch die gezielte Förderung von Forschungsschwerpunkten zu dieser Rolle aktiv beizutragen, kann auf eine langjährige Tradition zurückblicken. Die Stadt und die Wiener Wissenschaftsfonds und -stiftungen sind zu wichtigen Akteuren bei der Etablierung von neuen, auf Wien zugeschnittenen Forschungsbereichen und der Förderung des Transfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft geworden.

Begründung von Förderschwerpunkten. Jede Politik zur Förderung von Forschung, Technologie und Innovation ist gezwungen, Schwerpunkte zu setzen. Gerade für eine Förderpraxis, die auf die Unterstützung von Grundlagenforschung mit mittelfristiger Anwendungsperspektive zielt, sind in diesem Zusammenhang Fragen prinzipieller Natur zu beantworten.

Sollen eher die bestehenden, originären Stärkefelder weiter gestärkt werden, oder sollen im Sinn einer Anstoßförderung die Mittel dort eingesetzt werden, wo der größte wirtschaftliche Nutzen vermutet werden kann? Soll die Förderung in die Breite gehen, um kritische Massen zu erzeugen, oder soll sie in konzentrierter Form wenige "Zugpferde" unterstützen?

Schwerpunktsetzung gegenüber Bund und Europäischer Union. Verglichen mit den Möglichkeiten des Bundes sind die der Stadt Wien für ihre Forschungsförderung zur Verfügung stehenden Mittel eindeutig beschränkt. Auch die Europäische Union stellt immer größere Summen für Forschung, Technologie und Innovation bereit.

Wo liegen die Nischen, in denen eine städtische, auf die speziellen Anforderungen der Wiener Forschungseinrichtungen ausgerichtete Förderpolitik den größten Effekt erzielen kann? Wie kann eine Entwicklungsperspektive Wiens im entstehenden europäischen Forschungsraum aussehen, und wie können europäische Ressourcen herangezogen werden?

Hebelwirkung von Förderinstrumenten und Schwerpunktsetzungen. Forschungsförderung auf Basis einer expliziten inhaltlichen Strategie soll nicht nur thematisch-inhaltliche sondern auch strukturelle Impulse setzen.

Durch welche Schwerpunktsetzungen und Förderinstrumente können die Wiener Forschungseinrichtungen darin unterstützt werden, ein wettbewerbsfähigeres internationales Profil zu entwickeln sowie neue Wissens- und Innovationsfelder zu erschließen?

Forschungsförderung "beyond the obvious". Standortorientierte FTI-Förderung hat die Tendenz, naturwissenschaftliche und technologische Schwerpunkte aufgrund deren offensichtlicher Relevanz für die Wirtschaftsentwicklung in den Vordergrund zu stellen. Gerade eine regional organisierte Förderpolitik verfügt jedoch auch über Möglichkeiten, eine an den Problemstellungen und Entwicklungschancen der Stadt und ihrer Gesellschaft orientierte Forschung zu unterstützen.

In welchen Schwerpunktbereichen "beyond the obvious" können die Wiener Wissenschaftsfonds und -stiftungen Forschungsfelder unterstützen, die einen direkten gesellschaftlichen Beitrag leisten, aber in der derzeitigen Förderpraxis zu kurz kommen?

Wissenstransfer. Viel Innovation liegt brach, weil Erkenntnisse und Resultate universitärer Forschung nicht, unzureichend oder zu spät in Hinblick auf neue und marktfähige Produkte verwertet werden. Maßnahmen der Forschungsförderung können dazu beitragen, dass universitäre Forschung mit absehbarem Nutzen für Unternehmen eine Anwendungsperspektive erhält.

Was kann aus Sicht einer städtischen FTI-Politik sinnvoll getan werden, um den Transfer wissenschaftlicher Leistungen in Richtung wirtschaftlich oder gesellschaftlich relevanter Umsetzung zu erleichtern und zu beschleunigen?

Gemeinsame Schwerpunktsetzung von Wien und seinen Nachbarregionen. Die künftige Entwicklung Wiens als ein Ort von Wachstum, Innovation und Wohlstand ist mit der wirtschaftlichen Entwicklung der angrenzenden Regionen und Städte untrennbar verbunden. Regionale Strategien und Instrumente zur Förderung von Forschung, Technologie und Innovation finden nicht nur in benachbarten Bundesländern, sondern zunehmend auch in den neuen EU-Mitgliedstaaten Anwendung.

Welche Möglichkeiten gibt es, die FTI- Zusammenarbeit zwischen Wien und seinen Nachbarregionen zu intensivieren? Welche Vorgangsweisen und Instrumente wären dafür heranzuziehen?


Teilnehmende ExpertInnen

Eugen Antalovsky, Europaforum
Wilhelm Behensky, FH Campus Wien
Andre Gingrich, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Kommission für Sozialanthropologie
Michaela Glanz, WWTF-Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds 

Emmanuel Glenck, FFG-Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH
Sonja Hammerschmid, Austria Wirtschaftsservice, Life Science Austria (LISA)
Harald Isemann, IMP-Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie GmbH
Fredy Jäger, Siemens Österreich AG, Unternehmensentwicklung

Klaus Kubeczko, ARC Austrian Research Centers GmbH
Gottfried Magerl, Technische Universität Wien, Institut für Elektrische Mess- und Schaltungstechnik
Gerald Murauer, Gerald Murauer & Partner Strategic Consulting
Michael Rauhofer, INiTS- Universitäres Gründerservice Wien GmbH

Arnold Schmidt, Technische Universität Wien, Institut für Photonik
Barbara Sporn, Wirtschaftsuniversität Wien, Department Universitätsführung und Innovation
Michael Stampfer, WWTF-Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds 
Dorothea Sturn, FFG-Österreichische Forschungsförderunges.m.b.H.

Klaus Taschwer, Falter Verlags GmbH, heureka
Gunther Tichy
Robert Triendl
Andrea van Oers, Magistrat der Stadt Wien, MA 27 - EU-Strategie und Wirtschaftsentwicklung
Petra Wagner-Luptacik, ARC Austrian Research Centers GmbH
Matthias Weber, ARC Austrian Research Centers GmbH

Ruth Wodak, Universität Wien, Institut für angewandte Sprachwissenschaften
Alexander Wolffhardt, Europaforum Wien